Samenspender benutzt Stefanie G. (41) für andere Dinge

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Ein starker Wunsch kann Menschen zu mutigen Entscheidungen bewegen – oder sie in gefährliche Situationen führen. Wenn Hoffnung, Vertrauen und Sehnsucht zusammentreffen, entstehen Geschichten, die tief unter die Haut gehen. In einem Fall, der aufrüttelt, geht es um eine Frau, die für ihren Kinderwunsch alles riskierte – und dabei zutiefst verletzt wurde.

Sie hat viel investiert: Zeit, Geld, Emotionen. Was als Reise zu neuem Leben begann, endete in einer Geschichte, die viele Fragen aufwirft. Es geht um Grenzüberschreitungen, Verantwortung und ein System, das Menschen in eine gefährliche Grauzone bringt.

1. Ein mutiger Weg

Für viele Frauen ist der Wunsch nach einem Kind eine tief verwurzelte Lebensentscheidung. Stefanie G. (41) ist eine von ihnen. Ihre Geschichte beginnt mit einem entschlossenen Schritt in Richtung Familienglück. Der Weg dorthin ist jedoch alles andere als gewöhnlich.

Sie entscheidet sich für einen unkonventionellen Weg und setzt auf moderne Möglichkeiten, um ihren Lebenstraum zu erfüllen. Anfangs scheint alles gut durchdacht. Doch was als kontrollierter Prozess geplant war, nimmt eine Wendung, die niemand erwartet hat. Ein mutiger Weg – der in eine Geschichte führte, die an die Grenzen des Vorstellbaren geht.

2. Vom Traum zur Therapie

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Stefanie G. hat einen klaren Wunsch: ein eigenes Kind. Da der richtige Partner fehlte, beginnt sie Anfang 2023 mit einer künstlichen Befruchtung im Ausland. In der Schweiz ist diese Methode für alleinstehende Frauen nicht erlaubt. Sie investiert rund 50.000 Franken in Hormontherapien und medizinische Eingriffe.

Mehrere Fehlgeburten erschüttern sie – emotional wie finanziell. Trotz Rückschlägen bleibt sie hoffnungsvoll. Der Kinderwunsch ist ihr Antrieb, ihre Motivation. Doch irgendwann sind die finanziellen Mittel erschöpft. Und genau an diesem Punkt nimmt ihre Geschichte eine neue, tragische Wendung.

3. Die App, die alles veränderte

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Über eine Plattform namens Just a Baby, eine Art Dating-App für Samenspender, sucht Stefanie nach einer neuen Möglichkeit. Dort trifft sie auf Kjeld L., einen Mann aus Dänemark, dessen Profil sie sofort anspricht. Er gibt sich als großzügig, engagiert und verständnisvoll – bietet seine Hilfe kostenlos an. Nur Reisekosten sollen übernommen werden.

Was harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einer intimen Vereinbarung. Sie beschließen, den Kinderwunsch zunächst auf natürlichem Weg zu versuchen. Ein Vertrag wird geschlossen – doch dieser rechtliche Schritt schützt sie später nicht vor dem, was kommt.

4. Wenn Hilfe zur Bedrohung wird

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Beim ersten Treffen in Dänemark kommt es zum Schock. Statt eines einvernehmlichen Akts erlebt Stefanie G. brutale Übergriffe. Sie berichtet von grober Gewalt, blauen Flecken und Bissspuren. Fotos dokumentieren die Verletzungen. Trotzdem zeigt sie ihn nicht an – aus Angst, gegen den geschlossenen Vertrag zu verstoßen.

In diesem ist vereinbart, seine Identität geheim zu halten. Der Kinderwunsch überwiegt ihre Zweifel, sie bleibt im Kontakt. Die monatlichen Treffen rund um den Eisprung gehen weiter – begleitet von körperlichem Schmerz und wachsender emotionaler Abhängigkeit. Sie beginnt, Gefühle für ihn zu entwickeln.

5. Zwischen Nähe und Manipulation

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Kjeld L. wird immer präsenter in Stefanies Leben. Er spricht von gemeinsamer Elternschaft, will bei der Geburt dabei sein, gibt sich fürsorglich. Diese Mischung aus Nähe und emotionalem Missbrauch macht es Stefanie schwer, sich zu lösen.

Gleichzeitig wird der körperliche Übergriff zur Regel. Ihre Grenzen verschwimmen – zwischen Hoffnung auf ein Kind und dem Wunsch, jemanden nicht zu verlieren, der ihr Halt verspricht. Sie verdrängt den Schmerz, aus Angst, ihren letzten Spender zu verlieren. Ihr Wunsch nach Familie wird zur emotionalen Falle, in der sie Stück für Stück ihre Selbstbestimmung verliert.

6. Das plötzliche Ende

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Anfang 2025 scheint Stefanie endlich am Ziel. Sie hat genug gespart, um die künstliche Befruchtung neu zu starten. Kjeld L. sagt zu – doch kurz vor dem entscheidenden Eingriff meldet er sich ab: Er sei verlobt, will kein Spender mehr sein. Für Stefanie bricht eine Welt zusammen.

Nicht nur wegen des geplatzten Plans, sondern auch wegen der enormen Kosten und Erwartungen, die an diesem Moment hingen. Sie bleibt allein zurück, mit Schulden und emotionalen Narben. Später gesteht Kjeld, er habe die App nur genutzt, um sexuelle Fantasien auszuleben.

7. Nicht das einzige Opfer?

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Ein Fertilitätscoach, der Stefanie begleitete, berichtet von weiteren Fällen. Eine zweite Frau sei auf ähnliche Weise von Kjeld L. behandelt worden. Er selbst verweigert eine Stellungnahme, droht stattdessen mit rechtlichen Schritten. Auch die Betreiber der App distanzieren sich.

Paul Ryan, CEO von Just a Baby, betont, die Verantwortung liege bei den Nutzerinnen. Doch das System lässt zu, dass private Samenspenden in einer Grauzone stattfinden – ohne Kontrolle, ohne Schutz. In Onlineforen warnen Frauen inzwischen aktiv vor übergriffigen Spendern, die gezielt verletzliche Frauen ausnutzen.

8. Der Schmerz bleibt – die Hoffnung auch

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Trotz allem gibt Stefanie ihren Kinderwunsch nicht auf. Ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie weit Menschen gehen, um ein Ziel zu erreichen – und wie gefährlich emotionale Verletzlichkeit werden kann. Sie hat über 80.000 Franken investiert, körperliche und seelische Gewalt erlebt und steht dennoch wieder auf.

Jetzt will sie andere warnen: „Lasst euch nicht verletzen – kein Wunsch rechtfertigt Gewalt.“ Ihre Geschichte ist erschütternd – aber auch ein Appell für Aufklärung, Schutz und Mut, sich zu wehren. Denn jede Hoffnung verdient Respekt – und jede Frau Sicherheit.

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