Früher und heute – 10 Sehenswürdigkeiten, die nicht mehr zu erkennen sind

Bild: Shutterstock / Nick Starichenko

Im Laufe der Zeit verändern sich viele der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Welt durch Umwelteinflüsse, Kriege, Restaurierungsmaßnahmen oder natürliche Verfallsprozesse. Diese Veränderungen können so tiefgreifend sein, dass die einstigen Wahrzeichen kaum noch wiederzuerkennen sind.

Von antiken Ruinen bis hin zu modernen Bauwerken, die durch den Zahn der Zeit erheblich beschädigt wurden – zahlreiche historische und kulturelle Stätten haben ihr ursprüngliches Aussehen verloren. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Bewahrung und Restaurierung solcher Monumente auf und zeigt, wie vergänglich selbst die imposantesten Bauwerke sein können. Hier sind zehn Beispiele von Sehenswürdigkeiten, die drastische Veränderungen erfahren haben.

1. Chichen Itza im Jahr 1892 und jetzt

Bild: Shutterstock / Aberu.Go / File:Castillo Maler.jpg – Wikipedia

Chichen Itza, die berühmte Maya-Ruinenstätte in Mexiko, sah im Jahr 1892 ganz anders aus als heute. Damals waren die meisten Strukturen stark von Vegetation überwuchert und in einem verfallenen Zustand. Archäologen und Abenteurer mussten sich durch dichten Dschungel kämpfen, um die beeindruckenden Pyramiden und Tempel zu entdecken. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde Chichen Itza in den letzten Jahrzehnten wiederhergestellt.

Heute ist es eine der bestbesuchten und restaurierten archäologischen Stätten der Welt. Besucher können die restaurierte Pyramide des Kukulcán, den Tempel der Krieger und das Große Ballspielplatz in ihrer beeindruckenden Form bewundern. Diese Transformation von einer überwucherten Ruine zu einem restaurierten Weltkulturerbe zeigt die Bedeutung der Konservierung und des Erhalts historischer Stätten.

2. Alte London Brücke vs London Brücke von heute

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Die heutige Brücke, die 1973 eröffnet wurde, ersetzte eine steinerne Bogenbrücke aus dem 19. Jahrhundert. Diese Brücke wiederum war nach dem Abriss der prächtigen mittelalterlichen Steinbrücke gebaut worden, die zwischen 1176 und 1209 errichtet worden war. Die ursprüngliche mittelalterliche Brücke war ein beeindruckendes Bauwerk ihrer Zeit, das über Jahrhunderte hinweg als wichtige Verbindung diente.

Ihr Abbruch im 19. Jahrhundert machte den Weg frei für die nachfolgende Brücke, die wiederum dem modernen Bauwerk von 1973 weichen musste. Jede dieser Brücken spiegelte die architektonischen und technischen Fortschritte ihrer Zeit wider und diente den Bedürfnissen der jeweiligen Epoche, während sie den Fluss überquerten.

3. Die Sphinx vor und nach der Ausgrabung

Bild: Francis Frith, CC0, via Wikimedia Commons / Shutterstock / Primi2

Die Sphinx, eines der bekanntesten Monumente Ägyptens, war vor den Ausgrabungen im 19. Jahrhundert größtenteils unter Sand begraben. Nur der Kopf und ein Teil des Halses waren sichtbar, während der Rest des Körpers verborgen blieb. Frühe Fotografien und Berichte von Reisenden zeigen nur diesen kleinen Teil der Sphinx, und viele Details waren durch Erosion und Sandstürme verdeckt.

Nach umfangreichen Ausgrabungen wurde die Sphinx vollständig freigelegt und restauriert, sodass ihre majestätische Form und beeindruckenden Details wieder sichtbar wurden. Heute können Besucher die vollständige Statue in ihrer beeindruckenden Größe bewundern. Diese Freilegung und Restaurierung verdeutlichen die Bedeutung von archäologischen Arbeiten und den Erhalt historischer Stätten.

4. Der Mount St. Helens vor und nach dem Ausbruch im Jahr 1980

Bild: Mattsjc, CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0, via Wikimedia Commons / BethCA66, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Vor dem Ausbruch im Jahr 1980 war der Mount St. Helens ein symmetrischer, kegelförmiger Vulkan, bedeckt von üppigen Wäldern und bekannt für seine Schönheit und Stabilität. Die Landschaft um den Vulkan herum war von dichten Wäldern und einer reichen Tierwelt geprägt. Nach dem verheerenden Ausbruch veränderte sich die Landschaft dramatisch:

Der Gipfel wurde weggesprengt, ein großer Krater entstand, und weite Flächen wurden durch Lava und Asche verwüstet. Die Vegetation wurde zerstört, und die Region erholte sich nur langsam. Diese Transformation zeigt die immense Kraft der Natur und die drastischen Veränderungen, die durch Vulkanausbrüche verursacht werden können. Sie unterstreicht auch die Bedeutung von Naturkatastrophenvorsorge und Forschung.

5. Vor und nach der Ausgrabung und Restaurierung des Zikkurats von Ur im Irak

Bild: Imago / Dreamstime / GRANGER Historical Picture Archive

Vor den Ausgrabungen und der Restaurierung war das Zikkurat von Ur im Irak größtenteils von Sand und Schutt bedeckt, was seine einstige Größe und Struktur verbarg. Nur wenige Teile waren sichtbar, und viele Details waren durch die Zeit und die Elemente beschädigt. Nach umfangreichen Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten wurde das Zikkurat freigelegt und teilweise wiederaufgebaut, wodurch seine imposante Architektur und historische Bedeutung wieder zum Vorschein kamen.

Heute kann man die beeindruckende Struktur und das komplexe Layout des Zikkurats klar erkennen. Diese Arbeiten verdeutlichen die Bedeutung von archäologischer Forschung und den Erhalt historischer Monumente, die wertvolle Einblicke in vergangene Zivilisationen bieten.

6. Die Wiederaufforstung von Rio de Janeiro

Hmmmm… Rio de Janeiro in 1989 and 2019. What a reforestation effort.
byu/eldudelio inclimateskeptics

Die Wiederaufforstung von Rio de Janeiro hat das Stadtbild und die Umwelt erheblich verändert. Einst waren viele Gebiete der Stadt von Abholzung und Erosion geprägt, was zu erheblichen Umweltproblemen wie Bodenerosion und Verlust der Biodiversität führte. Durch gezielte Wiederaufforstungsmaßnahmen, die in den letzten Jahrzehnten durchgeführt wurden, wurden große Flächen neu bepflanzt, was die Biodiversität erhöhte und die Luftqualität verbesserte.

Diese Projekte halfen nicht nur, die natürliche Schönheit der Region wiederherzustellen, sondern schufen auch neue Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Heute sind viele ehemals kahle Gebiete wieder grün und tragen zur ökologischen Stabilität der Region bei. Diese Transformation zeigt die positive Wirkung von Umweltprojekten und die Bedeutung von nachhaltigem Umgang mit natürlichen Ressourcen.

7. Die Arktis im Abstand von 100 Jahren

Bild: Shutterstock / Hinterhof Film / See page for author, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Arktis hat sich in den letzten 100 Jahren drastisch verändert. Vor einem Jahrhundert war die Region von ausgedehnten Eisflächen und einer stabilen Tierwelt geprägt. Das Eis bedeckte weite Teile des Ozeans, und die Ökosysteme waren intakt. Durch den Klimawandel ist das Eis jedoch stark geschrumpft, was zu steigenden Meeresspiegeln und bedrohten Lebensräumen führt. Heute sind die Auswirkungen der Erwärmung deutlich sichtbar:

weniger Eis, veränderte Ökosysteme und eine Zunahme extremer Wetterereignisse. Die Eisbären und andere Arten kämpfen ums Überleben, und die Lebensweise der indigenen Völker ist bedroht. Diese Veränderungen unterstreichen die drastischen Auswirkungen des Klimawandels und die Dringlichkeit globaler Umweltmaßnahmen, um die Arktis und ihre einzigartigen Lebensräume zu schützen.

8. Hongkong früher und heute

BIld: Benh LIEU SONG (Flickr), CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons / Drawn by Thomas Allom, from a sketch by Capt. Stoddart, Royal Navy. Engraved by S. Fisher., Public domain, via Wikimedia Commons

Hongkong hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Früher, in den 1960er Jahren, war die Stadt geprägt von traditionellen Gebäuden, engen Straßen und einem beschaulichen Lebensstil. Die Skyline war vergleichsweise niedrig, und die Stadt hatte einen eher provinziellen Charakter. Heute ist Hongkong eine der modernsten und dicht besiedeltsten Metropolen der Welt, geprägt von beeindruckenden Wolkenkratzern, modernen Verkehrssystemen und einem pulsierenden Stadtleben.

Die Stadt ist ein globales Finanzzentrum mit einer einzigartigen Mischung aus östlicher und westlicher Kultur. Diese Transformation zeigt die rasante städtebauliche Entwicklung und die Anpassungsfähigkeit an wirtschaftliche und technologische Fortschritte, die Hongkong zu einer der dynamischsten Städte der Welt gemacht haben.

9. Der Mount Rushmore vor und nach seiner Fertigstellung

Bild: IMAGO / United Archives International / GRANGER Historical Picture Archive

Der Mount Rushmore vor seiner Fertigstellung war ein unauffälliger Granitberg in den Black Hills von South Dakota, umgeben von natürlicher Landschaft. Vor dem Beginn der Arbeiten im Jahr 1927 gab es nur die natürliche Landschaft, die keine besonderen Merkmale aufwies.

Nach seiner Fertigstellung im Jahr 1941 prägten die in den Fels gehauenen Gesichter von vier US-Präsidenten – George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln – das Bild des Berges. Diese Skulpturen haben den Berg zu einem nationalen Symbol gemacht. Die Transformation zeigt die kraftvolle Wirkung menschlicher Kunstfertigkeit und die Schaffung eines ikonischen nationalen Denkmals, das jedes Jahr Millionen von Besuchern anzieht.

10. Vor und nach der Ausgrabung des antiken griechischen Stadions von Magnesia

Bild: Das Stadion von Magnesia ad Maeandrum (reiseinfo-tuerkei.de) / Feridun F. Alkaya, CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0, via Wikimedia Commons

Vor den Ausgrabungen war das antike griechische Stadion von Magnesia fast vollständig von Erde und Vegetation bedeckt. Nur wenige Überreste deuteten auf die einstige Pracht dieser Sportstätte hin. Archäologen mussten sorgfältig arbeiten, um die Strukturen freizulegen und die ursprüngliche Form des Stadions wieder sichtbar zu machen.

Nach den umfangreichen Ausgrabungen und Restaurierungen wurde das Stadion freigelegt und teilweise restauriert, was einen besseren Einblick in seine historische Bedeutung und architektonische Gestaltung ermöglichte. Heute können Besucher die Struktur und das Layout des Stadions klar erkennen. Diese Arbeiten betonen die Bedeutung von archäologischen Ausgrabungen und den Erhalt historischer Stätten, die wichtige Einblicke in die Vergangenheit bieten.

Interessant: Haben Sie jemals von der ältesten Pflanze der Welt gehört?

Die älteste bekannte lebende Pflanze ist der Jomon-Sugi, ein japanischer Zedernbaum auf der Insel Yakushima, der schätzungsweise über 7.000 Jahre alt ist. Diese uralte Pflanze hat viele historische und klimatische Veränderungen überlebt und ist ein lebendiges Zeugnis der Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit der Natur. Der Jomon-Sugi ist ein wichtiges kulturelles Symbol in Japan und zieht jährlich viele Besucher an, die seine majestätische Präsenz bewundern.